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Je dunkler das Gefieder, desto höher der Flug über die Sahara

Zugvögel passen ihre Flughöhe erstaunlich präzise an ihre Umgebung an. Über der heissen Sahara steigen einige von ihnen auf fast 6000 Meter.

Je dunkler das Gefieder, desto höher der Flug über die Sahara
Der Seinschmätzer wurde bei der Mittelmeerüberquerung knapp über dem Wasser fliegend registriert Bild: vogelwarte.ch
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Jedes Jahr legen Zugvögel Tausende Kilometer zurück und überwinden dabei einige der unwirtlichsten Regionen der Erde. Eine neue Studie der Schweizerischen Vogelwarte zeigt nun, dass die Tiere dabei keineswegs immer in ähnlicher Höhe unterwegs sind. Vielmehr passen sie ihre Flugstrategie gezielt an Wüsten, Meere und klimatische Bedingungen an.

Für die Untersuchung wurden 67 Kleinvögel aus 17 verschiedenen Arten mit Geolokatoren ausgestattet. Die aufgezeichneten Daten zeigen deutliche Unterschiede zwischen der Überquerung der Sahara und Flügen über das Meer.

Hoch hinaus über der heissen Wüste

Über der Sahara steigen die Zugvögel nachts im Durchschnitt auf rund 1600 Meter. Tagsüber sind sie mit durchschnittlich 2800 Metern noch deutlich höher unterwegs. Einzelne Tiere erreichten sogar Flughöhen von fast 6000 Metern.

Der Grund dafür liegt offenbar vor allem bei der Temperatur. Je höher die Vögel fliegen, desto kühler ist die Umgebungsluft. Dadurch können sie während der langen und kräftezehrenden Wüstenquerung das Risiko einer Überhitzung reduzieren.

Besonders ausgeprägt ist dieses Verhalten bei Vögeln mit dunklem Gefieder. Ihre Federn nehmen mehr Sonnenstrahlung auf, wodurch die thermische Belastung steigt. Gerade diese Arten weichen deshalb über der Sahara besonders stark in grössere Höhen aus.

Auch die Form der Flügel spielt eine Rolle. Arten mit längeren und breiteren Flügeln sind gemäss den Forschenden generell in grösseren Höhen unterwegs.

Der Steinrötel ist eine Vogelart, die die Wüste in grosser Höhe überquert. Wahrscheinlich tut er das, um Überhitzung aufgrund seines dunklen Gefieders zu vermeiden Bild: vogelwarte.ch

Über dem Meer zählt das Energiesparen

Ganz anders sieht die Strategie bei der Überquerung von Meeresflächen aus. Dort fliegen die untersuchten Vögel durchschnittlich nur rund 750 Meter hoch. Teilweise bewegen sie sich sogar knapp über der Wasseroberfläche.

In diesem Fall steht weniger die Kühlung als vielmehr ein möglichst geringer Energieverbrauch im Vordergrund. Die Vögel können in tieferen Luftschichten vorhandene Strömungen effizient nutzen und dadurch Kräfte für ihre langen Reisen sparen.

Für Paul Dufour, Erstautor der Studie und Vogelzugforscher an der Schweizerischen Vogelwarte (www.vogelwarte.ch), zeigen die Ergebnisse, wie komplex die Leistungen der Zugvögel tatsächlich sind. Nicht allein Ausdauer und Orientierung entscheiden über eine erfolgreiche Reise. Aerodynamik, Wärmeregulation und die körperlichen Eigenschaften der einzelnen Arten greifen ineinander.

Die Studie macht damit deutlich: Vogelzug ist weit mehr als möglichst ausdauerndes Fliegen von einem Ort zum anderen. Die Tiere verfügen über ausgeklügelte Strategien, mit denen sie sich an Hitze, Wind und unterschiedliche Landschaften anpassen – und selbst lebensfeindliche Gebiete wie die Sahara überwinden können.

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