Raiffeisen Schweiz hat Massnahmen zur Senkung der Personal- und Sachkosten eingeleitet. Im Jahr 2027 sollen damit rund 60 Millionen Franken eingespart werden. Vom geplanten Abbau können bis zu 180 Stellen betroffen sein.
Mehr als die Hälfte davon soll über Fluktuation, die Streichung nicht besetzter Stellen, den Abbau externer Arbeitskräfte und Frühpensionierungen aufgefangen werden, wie Raiffeisen berichtet.
Die Sparmassnahmen erfolgen gleichzeitig mit einer organisatorischen Neuaufstellung von Raiffeisen Schweiz.
Neue Struktur ab Oktober
Ab dem 1. Oktober 2026 wird Raiffeisen Schweiz in sechs Departemente gegliedert: Privatkunden, Firmenkunden & Handel, Produkte & Solutions, Finanzen & Bankenbetreuung, IT sowie Risiko & Compliance.
Philipp Ackermann übernimmt per 1. Oktober das Departement Firmenkunden & Handel. Patrick Lehner wird per 1. November Leiter des Departements Privatkunden. Die Besetzung der Leitung des neu geschaffenen Departements Produkte & Solutions ist noch offen. Die Ernennungen stehen unter dem Vorbehalt der finalen Bewilligung durch die FINMA.
Im Zuge der Neuorganisation verlassen zudem die bisherigen Geschäftsleitungsmitglieder Roland Altwegg und Helen Fricker das Unternehmen im Verlauf des Septembers.
Gewinn steigt um knapp 19 Prozent
Die Sparmassnahmen werden in einem wirtschaftlich erfolgreichen Halbjahr angekündigt. Die Raiffeisen Gruppe erzielte in den ersten sechs Monaten 2026 einen Gewinn von 659,3 Millionen Franken. Gegenüber der Vorjahresperiode entspricht dies einer Zunahme um 104,7 Millionen Franken oder 18,9 Prozent.
Der Geschäftsertrag erhöhte sich um 7,6 Prozent auf 2,04 Milliarden Franken. Der Nettoerfolg aus dem Zinsengeschäft stieg um 6,3 Prozent auf 1,41 Milliarden Franken. Im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft nahm der Erfolg um 8,4 Prozent auf 397 Millionen Franken zu.
Mehr Kredite und Kundeneinlagen
Die Kundenausleihungen stiegen im ersten Halbjahr um 4,7 Milliarden auf 248,5 Milliarden Franken. Davon entfielen 235,3 Milliarden Franken auf Hypothekarforderungen. Das Kreditvolumen im Firmenkundengeschäft erhöhte sich auf 58,8 Milliarden Franken.
Die Kundeneinlagen nahmen um 3 Milliarden auf 228,7 Milliarden Franken zu. Auch im Anlage- und Vorsorgegeschäft verzeichnete Raiffeisen Wachstum. Das Depotvolumen stieg um 5,8 Milliarden auf 65,6 Milliarden Franken. Im ersten Halbjahr wurden rund 45'000 neue Wertschriftendepots eröffnet.
Für das Gesamtjahr rechnet Raiffeisen trotz geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten mit einer Geschäftsentwicklung über dem Vorjahresniveau.