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Stadt Aarau schreibt 2027 ein Millionenloch

Die Stadt Aarau sieht für das Jahr 2027 ein Minus von 4,8 Millionen Franken vor. Haupttreiber für die roten Zahlen seien die Pflegefinanzierung, die städtische Informatik sowie Abschreibungen, die infolge des Abschlusses grösserer Investitionsvorhaben zunehmen würden.

Stadt Aarau schreibt 2027 ein Millionenloch
Das Budget der Stadt Aarau sieht für das nächste Jahr ein Minus von 4,8 Millionen Franken vor. (Archivbild) Bild: KEYSTONE/URS FLUEELER
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Die Stadt Aarau hat am Dienstag ihr Budget 2027 sowie die aktualisierten Planwerte für die Jahre 2027 bis 2031 vorgestellt. Trotz eines erwarteten Aufwandüberschusses hält der Stadtrat am bisherigen Steuerfuss von 96 Prozent fest. Für 2027 rechnet die Stadt mit einem Gesamtergebnis von minus 4,8 Millionen Franken. Gleichzeitig soll eine Selbstfinanzierung von 13,6 Millionen Franken erreicht werden.

Bei den Steuereinnahmen geht Aarau von einer besseren Entwicklung aus als noch im Vorjahr. Gegenüber dem Budget 2026 werden über alle Steuerarten hinweg Mehreinnahmen von insgesamt 6,6 Millionen Franken erwartet. Darin enthalten sind zusätzliche Erträge von 1,5 Millionen Franken auf Basis der aktuellen Prognosen.

Als Gründe für die positivere Entwicklung nennt die Stadt unter anderem das bisher überdurchschnittliche Wachstum in Aarau sowie zusätzliche Steuereinnahmen durch die Wohnüberbauung Torfeld Süd.

Kosten steigen in mehreren Bereichen

Auf der Ausgabenseite steigen insbesondere die Abschreibungen. Grund dafür sind grössere Investitionsprojekte, die abgeschlossen werden und dadurch künftig die Rechnung belasten.

Zusätzliche Kosten entstehen zudem bei der Pflegefinanzierung und der städtischen Informatik. Zusammen verursachen diese drei Bereiche laut Stadt Mehraufwendungen von rund 2,9 Millionen Franken. Weitere rund 400'000 Franken Mehrkosten entstehen durch den vom Einwohnerrat im Februar 2026 genehmigten Städtischen Energie und Klimakredit III, nachdem der bisherige Kredit berücksichtigt wurde.

Neue Schule Aarau verändert das Budget

Eine grössere Veränderung betrifft den Bildungsbereich. Nach der Auflösung der Kreisschule Aarau Buchs werden die Aufwendungen und Erträge der neuen Schule Aarau ab 2027 direkt im städtischen Budget ausgewiesen.

Der bisherige Beitrag der Stadt an die Kreisschule fällt damit weg. Die neue Struktur folgt auf den Regierungsratsbeschluss vom 1. Juli 2026 zur Auflösung der bisherigen Kreisschule.

Aarau plant Investitionen von 25,6 Millionen Franken

Für das Jahr 2027 sind bei der Einwohnergemeinde ohne Spezialfinanzierungen Nettoinvestitionen von 25,6 Millionen Franken vorgesehen. Die Stadt geht allerdings davon aus, dass rund 60 Prozent davon tatsächlich umgesetzt werden. Dies entspricht 15,4 Millionen Franken. Zu den wichtigsten Vorhaben gehören die Projektierung von zusätzlichem Schulraum für die Oberstufe, die Umsetzung des Zusammenschlusses von Aarau und Unterentfelden, der Aktionsplan Klimaanpassung sowie verschiedene Digitalisierungsprojekte.

Bei einer Selbstfinanzierung von 13,6 Millionen Franken und erwarteten Investitionen von 15,4 Millionen Franken entsteht ein Finanzierungsfehlbetrag von rund 1,7 Millionen Franken.

Schuldenbremse soll weiterhin eingehalten werden

Auch über das Jahr 2027 hinaus will Aarau den Steuerfuss von 96 Prozent beibehalten. Gemäss dem Politikplan 2027 bis 2031 können die Vorgaben der städtischen Schuldenbremse sowohl beim Eigenkapital als auch bei der Schuldenquote eingehalten werden.

Die Stadt weist allerdings darauf hin, dass die Entwicklung der Schuldenquote wesentlich davon abhängt, wie viele der geplanten Investitionen tatsächlich realisiert werden.

Bis und mit 2029 rechnet Aarau weiterhin mit Aufwandüberschüssen. Im Vergleich zum Politikplan des Vorjahres beurteilt die Stadt die finanzielle Ausgangslage jedoch als deutlich besser.

Investitionen verschieben sich nach hinten

Für die Jahre 2026 bis 2031 rechnet die Stadt mit mutmasslichen Nettoinvestitionen von insgesamt 143,6 Millionen Franken. Dies entspricht durchschnittlich 23,9 Millionen Franken pro Jahr.

Damit liegen die geplanten Investitionen rund 21 Millionen Franken tiefer als noch im Politikplan des Vorjahres. Ein wesentlicher Grund dafür ist die zeitliche Verschiebung grosser Schulprojekte.

Das grösste Vorhaben bleibt die Erweiterung der Schulanlagen für die Oberstufe inklusive der Sanierung der Schulanlage Zelgli. Die erwarteten Gesamtkosten belaufen sich auf rund 149 Millionen Franken.

Davon sollen 39 Millionen Franken innerhalb der aktuellen Planperiode bis 2031 anfallen. Die restlichen rund 110 Millionen Franken sind für die Zeit ab 2032 vorgesehen. Dadurch fallen innerhalb des betrachteten Zeitraums rund 30 Millionen Franken weniger Kosten an als noch im Vorjahr angenommen.

Die Selbstfinanzierung soll sich bis 2031 je nach Jahr zwischen rund 14 und 21 Millionen Franken bewegen. Gleichzeitig betont die Stadt, dass mittel und langfristige Finanzprognosen weiterhin mit erheblichen Unsicherheiten verbunden sind. Entscheidend seien insbesondere die konjunkturelle Entwicklung sowie die tatsächliche Umsetzung der geplanten Investitionsprojekte.

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