Die Fraktion der SVP hat im Aarauer Einwohnerrat eine Anfrage zum geplanten Wegzug des Kompetenzzentrums Militärmusik eingereicht. Unterzeichnet wurde der Vorstoss vom Aarauer SVP-Einwohnerrat Urs Winzenried. Die Fraktion will unter anderem wissen, ob der Entscheid bereits definitiv gefallen ist und ob noch Gespräche zwischen der Stadt Aarau, dem Kanton Aargau und dem Bund geführt werden.
Institution ist seit über 115 Jahren in Aarau
Die SVP bezeichnet die Militärmusik als bedeutenden Bestandteil der Geschichte des Aarauer Waffenplatzes. Nach mehr als 115 Jahren würde mit dem Wegzug ein traditionsreiches Kapitel enden. Zahlreiche Militärmusikerinnen und Militärmusiker aus der ganzen Schweiz hätten ihren Militärdienst in Aarau absolviert und dabei eine Verbindung zur Stadt aufgebaut. Nach Ansicht der Fraktion habe die Institution dazu beigetragen, Aarau über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt zu machen. Auch bei Teilen der Bevölkerung geniesse die Militärmusik einen hohen Stellenwert. Die SVP sieht im geplanten Wegzug deshalb nicht nur eine militärische, sondern auch eine kulturelle Veränderung für die Stadt.
SVP hinterfragt Einsatz des Stadtrats
Der Entscheid über den künftigen Standort wurde laut der Anfrage nicht vom Aarauer Stadtrat, sondern vom Bund und dem Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport gefällt. Die SVP stellt jedoch die Frage, ob sich die Stadt frühzeitig und entschlossen genug für einen Verbleib der Militärmusik eingesetzt habe. Sie möchte vom Stadtrat erfahren, ob dieser beim Bund und beim Kanton Aargau vorstellig geworden ist und welche Ergebnisse die Gespräche gebracht haben. Zudem fragt die Fraktion, ob der Stadtrat noch Möglichkeiten sieht, einen Verbleib über das Jahr 2032 hinaus zu erreichen.
Sieben Fragen an den Stadtrat
Insgesamt richtet die SVP-Fraktion sieben Fragen an die Aarauer Stadtregierung. Neben dem Stand der Verlegung und den bisherigen Bemühungen der Stadt geht es auch um die kulturelle Bedeutung der Militärmusik.
Der Stadtrat soll darlegen, ob er den Wegzug als kulturellen Verlust betrachtet und ob dieser aus seiner Sicht mit allen verfügbaren Mitteln verhindert werden sollte. Eine Antwort des Stadtrats liegt derzeit noch nicht vor.