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Börse ist in Sommerlaune: SMI festigt Rekord

Trotz zwei Kriegen wurden Investoren risikofreudiger. Im Fokus waren Ölpreise, der stärkere Dollar, Tech, aber auch Standardwerte und Zykliker. SMI plus 1,8 Prozent: 14'424 Punkte.

Börse ist in Sommerlaune: SMI festigt Rekord
Christopher Chandiramani zum 1. Halbjahr 2026 an der Börse: «Top-Performer waren in der Schweiz VAT Group, Inficon und Comet (jeweils plus 65 bis 80%)». Bild: Portal24
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Die Inflation in der Schweiz bleibt im Juni stabil, auf niedrigem Niveau. Steigende Hotelpreise und teureres Gemüse werden durch sinkende Flug- und Heizölpreise aufgewogen. Konkret lag die Jahresinflation bei 0.5% gemäss Bundesamt für Statistik (BFS). Damit bewegen sich die Preise etwa wie im April und Mai, damals lagen sie jeweils bei 0.6%.

Die Eidgenössische Finanzkontrolle hat Abstimmungserläuterungen und Berichte ans Parlament überprüft. Das Fazit ist enttäuschend: Die Zahlen des Bundes sind oft unvollständig oder beschönigt. Beim Autobahnausbau fehlten z.B. im Büchlein ans Volk CHF 1.4 Mrd. Auch beim Tierschutz waren die Zahlen schöngeredet. Der Bundesrat akzeptiert die Kritik.

In der Schweiz sind Klimageräte und Ventilatoren in diesen heissen Tagen gefragt wie nie zuvor. Die Händler vermelden rekordhohe Verkäufe, zunehmend leere Regale und Lagerbestände, sowie fehlenden Nachschub aus Asien.

Die Alliance SwissPass, Koordinationsstelle für GA und Halbtaxabonnement, bröckelt. Die Säntisbahnen steigen aus. Bereits vor zwei Jahren verliess die Bahn auf den Hohen Kasten den Verbund. Der nationale Tarifverbund bleibt aber vorläufig für den Schweizer ÖV bestehen. Jedoch auch die SBB liebäugeln mit neuen bargeldlosen Tarifmodellen.

Kryptowährungen fallen auf tiefsten Stand seit 21 Monaten – der Bitcoin ist unter USD 58'000 gefallen und notiert so tief wie seit September 2024 nicht mehr. Inflationsgefahren, Energiepreise und auch mögliche Zinserhöhungen belasten.

Unternehmensnachrichten

Der Internetkonzern Google muss eine Rekordstrafe von EUR 4.1 Mrd. zahlen. Der Europäische Gerichtshof EuGH weist den Einspruch gegen die Wettbewerbsstrafe ab. Der Konzern hatte Android-Hersteller gezwungen, ein ganzes Paket an Google-Apps vorzuinstallieren. Das Bussgeld war 2018 von der EU-Kommission ursprünglich auf EUR 4.3 Mrd. festgesetzt worden.

Die Schweizerische Nationalbank SNB bekräftigt Zustimmung zu verschärften Kapitalregeln des Bundes für UBS. Die Credit-Suisse-Krise hat laut der Nationalbank gezeigt, dass ausländische Beteiligungen zu wenig mit Eigenkapital unterlegt sind. Die UBS wehrt sich gegen eine stärkere Absicherung der Auslandstöchter.

Der Basler Pharmakonzern Roche führt eine neue Sequenzierungs-Plattform mit dem Namen Axelios 1 ein, um Engpässe in der Genomforschung zu beseitigen und Forschern schnelle Genomsequenzierungen zu ermöglichen. Laut Roche eignet sich die Plattform sowohl für kleinere Studien als auch für umfangreiche Genomprojekte. Axelios 1 kommt zunächst in Nordamerika, der EU und in einigen asiatischen Ländern auf den Markt.

Der Generikahersteller Sandoz ist in den USA einen wichtigen Zwischenschritt zur Einführung zweier GLP1-Nachahmer-Präparate weitergekommen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat die Anträge für die Zulassung für die Generika mit dem Wirkstoff Tirzepatid angenommen. Es handelt sich um Nachahmerprodukte für Eli Lillys Blockbuster Mounjaro und Zepbound zur Behandlung von Typ-2-Diabetes (Alterszucker) und Adipositas (Übergewicht).

Der Zughersteller Stadler hat im Hinblick auf den Grossauftrag in Berlin Erfolg. Der konkurrierende Alstom-Konzern verzichtet vor Ablauf der Vergabefrist auf Rechtsmittel. Damit erhält das Bieterkonsortium von Stadler, Siemens und der Deutschen Bahn den EUR 15 Mrd. grossen Auftrag für die Lieferung von 350 S-Bahn-Zügen und die Instandhaltung. Der französische Alstom Konzern hatte zuletzt wegen angeblicher Mängel bei der Ausschreibung die Vergabe des Projekts in Berlin blockiert.

Der Baukonzern Implenia hat in Schweden einen neuen Grossauftrag an Land gewonnen. Implenia wird für CHF 250 Mio. den Bahnhof Korsvägen in Göteborg errichten. Der Auftrag umfasst ebenfalls die Installation technischer Systeme.

In der Schweiz werden durch die Fusion von Helvetia und Baloise 1'400 bis 1'800 Stellen wegfallen. Davon sollen bis Ende 2028 1'000 bis 1'200 Jobs abgebaut werden. Das kündigte der Schweiz-CEO Martin Jara im «Tages-Anzeiger» an. Die Jobstreichungen sollen vor allem durch Frühpensionierungen oder Kündigungen von Mitarbeitern erreicht werden.

Das Spitalimmobilienunternehmen Infracore, das am 9. Juli sein Debüt an der Schweizer Börse SIX haben wird, hat den Kauf des Gebäudes des See-Spitals Horgen abgeschlossen. Es ist die erste Sale-and-Lease-back-Transaktion mit einem öffentlichen Spital. Der Portfoliowert von Infracore wird auf rund CHF 1.5 Mrd. geschätzt.

Aussichten

Das 1. Halbjahr 2026 war geprägt von den unruhigen geopolitischen Lage mit Konflikten, Kriegen und steigenden Erdölpreisen, Rückschlägen, jedoch auch zeitweisen Erholungen der Aktienmärkte. Top-Performer waren in der Schweiz VAT Group, Inficon und Comet (jeweils plus 65 bis 80%), von den Grosskapitalisierten war es ABB (+45%). Enttäuschend war Adecco und Partners Group, welche beide fast einen Drittel ihres Aktienwertes verloren. Für das 2. Halbjahr 2026 erwarten die Experten eine Fortsetzung eines grundsätzlichen Aufwärtstrends, allerdings begleitet von erhöhter Volatilität und energiepreisbedingt mehrheitlich steigenden Zinserwartungen. In den USA wird bis zum Jahresende ein moderates, weiteres einstelliges Kursplus erwartet. Risiken bleiben die globale Verschuldung und ein plötzliches Ende der KI-Euphorie, sowie Enttäuschungen bei Halbjahreszahlen von Unternehmungen.

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