Die Medienbranche stürzt weiter ab. NZZ, Tages-Anzeiger, CH-Media, die Weltwoche, SRF, das Medienportal persoenlich.com und die Politik beschäftigen sich mit dem Niedergang der Medien.
Am Anfang der aktuellen Diskussionen stand ein Interview mit Marc Walder in der NZZ, dem CEO von Ringier, neben Tamedia das grösste Schweizer Verlagshaus.
Wichtige Lokalmedien
Medienboss Walder prognostiziert den Medien eine düstere Zukunft. Im Internet würden nur nzz.ch, blick.ch, 20minuten.ch und srf.ch überleben. Für die gedruckten Medien sieht Walder doppelt schwarz, speziell für die lokalen. Und dies, obwohl sie gemäss einer Umfrage von 20Minuten die meistgeschätzten sind.
Selbst die Schweizer Illustrierte
Walder begründet seine Prognose mit der weiter zunehmenden Dominanz von Google, Meta, TikTok & Co., mit der intensiven Ausbreitung von KI und der fehlenden Bereitschaft, Online-Medien zu abonnieren. Selbst viele seiner 120 Medientitel wie die Schweizer Illustrierte sieht Walder gefährdet.
Umsatz um 80% eingebrochen
Wie schlecht es den Medien geht, zeigen die Zahlen: Der Jahresumsatz von Printmedien ist in den letzten 25 Jahren um 80 Prozent eingebrochen. Die jährlichen Zeitungsauflagen halbierte sich in derselben Zeit von rund 10 Millionen Exemplaren auf 5 Millionen.
Die Gründe dazu sind klar: Das Internet, und mit ihm ab 2007 das iPhone, haben das Ende der Zeitungen eingeläutet. Ihnen fehlt es heute an Inserenten und Abonnenten.
Schawinski und Müller
Patrik Müller, Chefredaktor von CH Media, dem grössten Schweizer Verlag für lokale Medien, schrieb zu Walders Aussagen, eine Demokratie ohne Journalismus sei «nicht denkbar». Die Politik werde bereit sein (müssen), unabhängige Medien zu unterstützen.
Medienpionier Roger Schawinski forderte in einem NZZ-Beitrag dasselbe. Und zwar durch Gemeinden, Kantone und den Bund sowie durch Stiftungen.
Kantone und Gemeinden
Teils ist dies schon Realität. Der Kanton Freiburg finanziert seine lokalen Medien mit 3,7 Millionen Franken, andere Kantone leisten Direktzahlungen an Verlage. Und vielerorts stützen Gemeinden und Städte ihre Medien zum Teil mit hunderttausenden Franken pro Jahr.
Morgen zeigen wir in Teil 2 auf, weshalb lokale Zeitungen das Ende ihres Lebenszyklus erreicht haben.