Unterzeichnet wurde sie von Personen aus Aarau und der näheren Umgebung. Mit der Petition fordert der Verein einen Kompromiss beim geplanten Neubau des Kraftwerks Aarau. Das Kraftwerksprojekt soll nach Ansicht der Petitionärinnen und Petitionäre möglichst rasch weiterverfolgt werden, während der Mitteldamm in seiner heutigen Grösse erhalten bleiben soll.
Kraftwerksprojekt wurde zurückgewiesen
Die Eniwa hatte das Projekt für ein neues Kraftwerk Aarau im Jahr 2019 gestartet. Im Oktober 2024 wurde das Projekt gemäss den Angaben des Vereins vom Obergericht zurückgewiesen. Hintergrund sei der hohe Schutzstatus der gesamten Kraftwerksanlage. Das damalige Projekt sah auch den Abbruch des Mitteldamms vor. Der Verein Rettet den Mitteldamm setzt sich seit längerem gegen diesen Abbruch ein. Der Mitteldamm ist ein bekanntes Naherholungsgebiet an der Aare und steht im Zentrum der Auseinandersetzung um die künftige Gestaltung der Kraftwerksanlage.
Verein setzt auf stärkeren Ausbau der Solarenergie
Die Petition trägt den Titel «Viel neuen Solarstrom statt wenig Mitteldammstrom». Die Initianten verweisen dabei auf die energiepolitischen Ziele nach der Annahme des Stromgesetzes im Juni 2024. Nach Berechnungen des Vereins müsste die Stadt Aarau künftig zusätzliche 90 Gigawattstunden Solarstrom pro Jahr ermöglichen. Für das Versorgungsgebiet der Eniwa geht der Verein von einem zusätzlichen Produktionsbedarf von 300 Gigawattstunden pro Jahr aus. Demgegenüber stünden laut dem Verein maximal vier Gigawattstunden zusätzlicher Strom pro Jahr, die durch den Abbruch des Mitteldamms ermöglicht werden könnten. Aus Sicht der Petitionäre rechtfertigt dieser zusätzliche Ertrag den Verlust des Mitteldamms nicht.
Drei konkrete Forderungen an den Stadtrat
Die Unterzeichnenden fordern den Aarauer Stadtrat auf, die Eniwa mit der Ausarbeitung eines Solarplans zu beauftragen. Ziel soll es sein, bis 2035 auf Dächern in den 23 Liefergemeinden jährlich 300 Gigawattstunden Solarstrom zu erzeugen. Zudem soll die Eniwa nach dem Willen der Petitionäre mit den Einsprechenden einen Kompromiss suchen, damit das Projekt für den Neubau des Kraftwerks Aarau möglichst rasch realisiert werden kann. Als dritte Forderung verlangt die Petition den Verzicht auf den Abbruch des Mitteldamms. Damit soll nach dem Willen des Vereins sowohl die Stromproduktion erneuert als auch das Naherholungsgebiet erhalten werden.