Die Nachricht kommt nicht überraschend: Aarau und Buchs wollen die Kreisschule Aarau-Buchs auflösen. Nach Jahren voller Diskussionen, Führungswechseln und struktureller Probleme ziehen die beiden Gemeinden die Reissleine.
Die Reaktionen darauf dürften unterschiedlich ausfallen. Die einen werden den Entscheid bedauern, andere ihn begrüssen. Doch bei der ganzen Debatte geht ein wichtiger Punkt oft vergessen: Den meisten Schülerinnen und Schülern dürfte die Organisationsform ihrer Schule ziemlich egal sein.
Kinder und Jugendliche beschäftigen sich nicht mit Organigrammen, Verbandsstrukturen oder Kompetenzregelungen. Sie interessieren sich nicht dafür, ob ihre Schule von einer Kreisschule oder einer Gemeindeschule geführt wird. Sie wollen Lehrpersonen, die Zeit für den Unterricht haben. Sie wollen eine funktionierende Schule. Sie wollen Stabilität.
Die Probleme lagen nicht im Klassenzimmer
Wer die Entwicklung der vergangenen Jahre betrachtet, erkennt schnell: Die Schwierigkeiten der KSAB lagen selten im Schulzimmer.
Die Herausforderungen entstanden vor allem auf den obersten Führungsebenen. Es wurde über Zuständigkeiten diskutiert, über Strukturen gestritten und immer wieder mussten personelle Wechsel bewältigt werden. Statt über Unterricht, Schulentwicklung und pädagogische Themen wurde häufig über Organisation gesprochen. Genau das ist ein Warnsignal.
Denn eine Schulorganisation sollte den Unterricht unterstützen und nicht sich selbst beschäftigen. Wenn Strukturen zum Problem werden, verlieren alle Beteiligten wertvolle Energie. Energie, die eigentlich den Schülerinnen und Schülern zugutekommen sollte.
Am Ende zählt das Resultat
Ob eine Schule als Kreisschule oder als Gemeindeschule organisiert ist, ist letztlich egal. Die Struktur muss den Menschen dienen und nicht umgekehrt.
Wenn eine Organisation über längere Zeit mehr Probleme verursacht als löst, muss man bereit sein, sie zu hinterfragen. Genau das passiert jetzt.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob die KSAB bestehen bleibt. Die entscheidende Frage lautet, ob es gelingt, eine stabile und verlässliche Schulorganisation aufzubauen.
Denn am Ende interessiert die Schülerinnen und Schüler nicht, welches Logo auf dem Briefkopf steht.
Sie wollen einfach eine Schule, die funktioniert.