Der Stadtrat beantragt dem Einwohnerrat, das Bevölkerungsanliegen von Julius Felix und Mitunterzeichnenden mit dem Titel «Mehr Transparenz bei der Trinkwasserqualität in Aarau» aufzunehmen. Das Anliegen wurde am 10. November 2025 eingereicht. Die Unterzeichnenden verlangen, dass die Stadt Aarau in ihrer Rolle als Hauptaktionärin der Eniwa AG politisch darauf hinwirkt, dass die Eniwa AG künftig alle während eines Jahres erhobenen Trinkwasserqualitätsberichte öffentlich zugänglich macht. In den veröffentlichten Berichten sollen zudem die gesetzlich festgelegten Höchstwerte der untersuchten Stoffe klar ersichtlich sein. Damit soll die Bevölkerung die Resultate einfacher und sachgerechter einordnen können.
Stadtrat sieht öffentliches Interesse
Der Stadtrat bezeichnet das Anliegen als nachvollziehbar. Die Trinkwasserqualität sei für die Bevölkerung von zentraler Bedeutung und verlange eine transparente, verständliche und fachlich korrekte Kommunikation. Bereits heute veröffentlicht die Eniwa AG die Daten zur Trinkwasserqualität gemäss amtlicher Vorgabe einmal jährlich auf der Plattform www.trinkwasser.ch. Dort werden Durchschnitts, Median, Minimal und Maximalwerte des vergangenen Jahres aufgeführt. Auch die gesetzlichen Grenzwerte und deren Bedeutung werden erläutert. Damit seien die gesetzlichen Anforderungen an Transparenz und Publikation erfüllt, hält der Stadtrat fest. Gleichzeitig anerkennt er, dass eine weitergehende Aufbereitung der bereits erhobenen Daten einen zusätzlichen Mehrwert für die Bevölkerung schaffen könnte.
Mehrjährige Datenreihen sollen helfen
Aus Sicht des Stadtrats könnten insbesondere mehrjährige Datenreihen und einfach verständliche Trenddarstellungen dazu beitragen, die Entwicklung der Wasserqualität besser nachvollziehbar zu machen. Andere Städte wie Zürich, Basel, Lausanne oder Bern würden zeigen, dass eine erweiterte Darstellung der Daten möglich sei. Im Zentrum stünden dabei nicht zusätzliche Messungen, sondern eine bessere Strukturierung, Visualisierung und offene Bereitstellung der bestehenden Daten. Der Stadtrat erachtet das Anliegen deshalb als unterstützungswürdig. Er ist bereit, im Rahmen seiner Vertretung im Verwaltungsrat der Eniwa AG auf eine entsprechende Weiterentwicklung hinzuwirken.