«Noch eine Silbermedaille will keine Sau». Der Schweizer Verteidiger Christian Marti spricht vor dem ersten Bully des Finals, was alle denken – nach vier verlorenen WM-Endspielen seit 2013.
Starke Finnen
Doch die Finnen erweisen sich in der elektrisierenden Atmosphäre der randvollen Swiss-Life-Arena als äusserst zäher Gegner. Defensiv grundsolid – und in der Offensive vor allem mit der Paradelinie um Aleksander Barkov jederzeit brandgefährlich.
Finnen-Führung annulliert
Der vermeintliche Führungstreffer der Gäste zählt wegen eines hohen Stocks von Lundell aber nicht. Die Nati findet im Startdrittel offensiv kaum in den Rhythmus, verteidigt aber mit grossem Einsatz.
Die Schweizer zwei Minuten mit 5 gegen 3
Genoni hält stark, seine Vorderleute blocken Schüsse und überstehen zwei Unterzahlsituationen. Dann kippt kurz vor der ersten Pause das Geschehen: Finnland kassiert in der gleichen Szene zwei Strafen. Die Schweiz startet mit doppelter Überzahl ins Mitteldrittel.
Chance verstreicht
Doch in diesem Moment spürt man, dass die ganz grosse Leichtigkeit in einem Endspiel schwer zu konservieren ist. Das Schweizer Team wirkt ungewöhnlich fehlerhaft und unpräzise. So verstreicht diese Chance ungenutzt.
Schweiz wird stärker
Und doch darf der zweite Abschnitt als Erfolg gewertet werden. Einerseits übersteht das Cadieux-Team seinerseits eine Unterzahlphase unbeschadet, anderseits entwickelt es mit zunehmender Dauer mehr Offensiv-Power.
Antreiber Josi
Im Schlussdrittel intensiviert sich das Geschehen nochmals auf eine höher Stufe. Die Teams schenken sich keinen Zentimeter Eis. Auf Schweizer Seite ist es Josi, der sein Mannschaft immer wieder antreibt; auf finnischer Seite übernimmt Barkov das Kommando.
Wie vor einem Jahr
Weil aber beide Defensivreihen hervorragende Arbeit verrichten, muss nach torlosen 60 Minuten die Overtime entscheiden - wie vor einem Jahr im Final der Schweizer gegen die USA.
Helenius trifft die Schweizer ins Herz
Und auch dort kommt es zur Duplizität der Ereignisse. Nachdem Damian Riat in der 64. Minute für die Schweiz die Latte getroffen hatte, macht es der Finne Helenius in der 71. Minute besser, schiesst Suomi zum 5. WM-Titel - und stürzt die Schweizer ins Tal der Tränen.
Silber als Strafe
Auch wenn das Team von Headcoach Jan Cadieux mit ein wenig Abstand stolz über die Leistungen der vergangenen zwei Wochen sein darf - diese Silbermedaille ist im ersten Moment wie die Höchststrafe - für eine Mannschaft, die das ganze Land in ihren Bann gezogen hat.