Am Donnerstagmorgen kam es im Bahnhof Winterthur zu einem grösseren Polizeieinsatz. Ein Mann griff mehrere Personen mit einem Messer an und verletzte dabei drei Männer mittelschwer bis schwer. Die Kantonspolizei Zürich konnte den 31-jährigen Schweizer noch vor Ort festnehmen.
Nach Angaben der Polizei gibt es keine Hinweise auf weitere Beteiligte. Die Situation konnte rasch unter Kontrolle gebracht werden.
Opfer teilweise schwer verletzt
Bei den Verletzten handelt es sich um drei Männer im Alter von 28, 43 und 52 Jahren. Der jüngere Mann wurde am Bein verletzt und steht kurz vor der Entlassung. Der 43-Jährige erlitt eine Halsverletzung und konnte bereits aus dem Spital entlassen werden. Der 52-Jährige wurde schwerer verletzt und musste notoperiert werden.
Tatverdächtiger polizeibekannt
Der mutmassliche Täter ist ein 31-jähriger Winterthurer mit Schweizer und türkischer Staatsbürgerschaft. Er war bereits früher polizeilich auffällig, unter anderem wegen Verstössen gegen das IS-Verbot im Jahr 2015, als er IS-Propaganda verbreitet haben soll.
In psychiatrischer Behandlung
Im Vorfeld des Angriffs war der Mann mehrfach in psychiatrischer Behandlung. Er hatte sich im Mai bei der Polizei gemeldet, worauf eine fürsorgerische Unterbringung in der psychiatrischen Klinik Winterthur (IPW) angeordnet wurde. Kurz darauf wurde er als nicht mehr selbstgefährdend eingestuft und verliess die Klinik freiwillig.
Tiefer Einschnitt ins Sicherheitsgefühl
Justizdirektor Mario Fehr sprach an einer Medienkonferenz von einem «Terrorakt», betonte jedoch, dass das Gesamtbild ausschlaggebend sei – nicht nur ein möglicher Ausruf während der Tat. Gleichzeitig kündigte er an, den Entzug der Staatsbürgerschaft sowie eine Ausweisung des Mannes in die Türkei zu prüfen.
Fehr bezeichnete den Vorfall als tiefen Einschnitt ins Sicherheitsgefühl der Bevölkerung, betonte jedoch auch, dass durch das rasche Eingreifen der Polizei Schlimmeres verhindert worden sei.
Ermittlungen laufen weiter
Die Hintergründe der Tat sind Gegenstand laufender Ermittlungen. Die Polizei arbeitet dabei auch mit anderen Kantonen sowie spezialisierten Stellen zusammen. Klar ist: Der Angriff hat Winterthur erschüttert – und politische wie sicherheitstechnische Fragen neu aufgeworfen