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Leserbrief «Gemeindeversammlung – Wer hat wirklich eine Stimme?»

Ein Leserbrief zur Fusion von Unterentfelden und Aarau.

Leserbrief «Gemeindeversammlung – Wer hat wirklich eine Stimme?»
Bild: KI (Symbolbild)
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Demokratie lebt davon, dass möglichst alle mitbestimmen können. Genau hier zeigt die Gemeindeversammlung jedoch ihre Schwäche. Denn wer an einem bestimmten Abend krank ist, Kinder betreuen muss oder Schicht arbeitet, verliert faktisch sein Mitspracherecht – nicht aus Desinteresse, sondern weil es die persönliche Situation schlicht nicht zulässt.

Entscheidungen, die eine ganze Gemeinde betreffen, werden dadurch nur von jenen gefällt, die zufällig Zeit und Möglichkeit haben, vor Ort zu erscheinen. Das ist kein Vorwurf an die Teilnehmenden, sondern ein strukturelles Problem unseres Systems.

Dabei sollte gerade in einer Demokratie ein Grundsatz gelten: Politische Mitbestimmung muss so niederschwellig wie möglich sein. Und die niederschwelligste Form der Beteiligung bleibt die Urnenabstimmung. Sie ermöglicht allen Stimmberechtigten eine Teilnahme – unabhängig von Arbeitszeiten, Gesundheit oder familiären Verpflichtungen.

Besonders bei einer Entscheidung von solcher Tragweite wie dem geplanten Zusammenschluss von Unterentfelden und Aarau wäre eine Urnenabstimmung aus meiner Sicht nicht nur sinnvoll, sondern notwendig gewesen. Es geht um eine Weichenstellung, die die Gemeinde über Generationen prägen wird. Eine solche Frage verdient die Stimme aller Einwohnerinnen und Einwohner – nicht nur jener, die an einem bestimmten Abend im Saal sitzen können.

Gerade um diese demokratische Niederschwelligkeit zu gewährleisten, braucht es an der Gemeindeversammlung vom 8. Juni ein Ja zum Zusammenschluss Unterentfelden–Aarau.

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