Eine Gemeinde lebt nicht von Verwaltungsmodellen allein. Sie lebt von Menschen, Beziehungen und einem gewachsenen Miteinander. Genau deshalb greift die Diskussion über eine Fusion von Unterentfelden mit Aarau zu kurz, wenn Kritiker lediglich gefragt werden: «Wovor habt ihr Angst?»
Es geht nicht um Angst vor Veränderung. Es geht um die berechtigte Frage, was mit einem Dorf passiert, das heute eigenständig funktioniert, eine starke Identität besitzt und von kurzen Wegen lebt. Unterentfelden ist nicht einfach ein kleineres Aarau. Das Dorf hat eigene Strukturen, eigene Traditionen und ein starkes gesellschaftliches Leben.
Verbindung zu Oberenftelden
Besonders wichtig ist dabei die enge Verbindung zu Oberentfelden. Bereits heute funktionieren viele Bereiche regional und unkompliziert: Vereine, Feuerwehr, Schulen, kirchliche Angebote oder kulturelle Veranstaltungen. Diese Zusammenarbeit ist über Jahre gewachsen und lebt von persönlichem Engagement und gegenseitigem Vertrauen.
Eine Fusion mit Aarau würde diese bestehenden Strukturen zwangsläufig verändern. Politische Prioritäten würden sich verschieben, Entscheidungen zentraler gefällt und die Stimme Unterentfeldens hätte innerhalb einer grossen Stadt deutlich weniger Gewicht. Gerade die direkte Nähe zur Politik droht verloren zu gehen. Heute kennt man Gemeinderäte persönlich, begegnet sich im Alltag und kann Anliegen unkompliziert einbringen. Genau diese Nähe schafft Vertrauen und Identifikation.
Ein funktionierendes Dorf
Wer sich in Vereinen, der Feuerwehr oder anderen lokalen Institutionen engagiert, weiss: Ein funktionierendes Dorf entsteht nicht von selbst. Es lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen und sich mit ihrem Dorf verbunden fühlen.
Deshalb verdient die Fusionsdiskussion mehr als theoretische Argumente über Synergien. Es geht um die Zukunft einer lebendigen Dorfgemeinschaft und diese sollte man nicht leichtfertig aufs Spiel setzen