Die Diskussionen rund um die Kreisschule Aarau-Buchs (KSAB) geben derzeit nicht nur in Aarau und Buchs zu reden, sondern dürften auch in Unterentfelden aufmerksam verfolgt werden. Denn der aktuelle Umgang der Stadt Aarau mit ihren bisherigen Partnern wirft grundlegende Fragen zur Verlässlichkeit zukünftiger Zusammenarbeit auf.
Selbst für Aussenstehende war über Jahre erkennbar, dass es in der KSAB nicht rund lief. Dennoch stellte sich der Aarauer Stadtrat offenbar immer wieder hinter den Gemeindeverband. Noch im Januar 2026 soll die Unterstützung ausdrücklich bekräftigt worden sein. Umso erstaunlicher ist nun der plötzliche Kurswechsel genau in jenem Moment, in dem sich dank eines kompetenten Geschäftsleiters und engagierter Schulleitungen endlich eine positive Entwicklung abzuzeichnen schien.
Dieser Rückzug kommt nicht nur zur Unzeit, sondern ist politisch fatal. Verunsichert werden damit genau jene Personen, die versucht haben, die Schule wieder auf Kurs zu bringen. Wer Vertrauen schaffen will, darf dieses nicht im entscheidenden Moment selbst untergraben.
Für Unterentfelden sollte dieses Verhalten ein deutliches Warnsignal sein. Wenn die Stadt Aarau mit langjährigen Partnern derart umgeht, stellt sich unweigerlich die Frage, wie verlässlich sie sich künftig gegenüber neuen Partnern verhalten wird. Der Eindruck entsteht, dass bestehende Beziehungen geopfert werden, sobald sie politisch nicht mehr opportun erscheinen.
Bereits die im Stadtteil Rohr auf einem Schutzgebiet geplante Abwasserreinigungsanlage hätte Fragen zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit aufwerfen müssen. Der aktuelle Umgang mit Buchs im Zusammenhang mit der KSAB verstärkt diesen Eindruck nun zusätzlich.
Partnerschaft sollte auf Verlässlichkeit und gegenseitigem Vertrauen beruhen – nicht auf taktischem Opportunismus. Unterentfelden tut deshalb gut daran, die geplante Fusion kritisch zu hinterfragen und letztlich abzulehnen.