Der Grasshopper Club Zürich sorgt mit seinem Vorgehen am Wochenende für grossen Ärger bei der Swiss Football League. Die Liga kritisiert den Zürcher Traditionsklub scharf, nachdem GC im Super-League-Spiel gegen FC Lausanne-Sport zahlreiche Nachwuchsspieler eingesetzt hatte und gleichzeitig das U21-Team gar nicht erst zum Meisterschaftsspiel in der 1. Liga Classic gegen den FC Courtételle antrat.
Die Partie der U21 wurde mit einer 0:3-Forfaitniederlage gegen GC gewertet. Aus Sicht der SFL sei dieses Vorgehen «mit dem Fairplay-Gedanken und der Verantwortung eines professionellen Klubs schlecht vereinbar».
Kritik an sportlicher Verantwortung
Die Liga betont, dass Klubs zwar grundsätzlich frei über ihre Aufstellungen entscheiden könnten. Diese Freiheit dürfe jedoch nicht dazu führen, dass ein anderes Team desselben Vereins ein offizielles Meisterschaftsspiel nicht bestreiten könne.
Besonders kritisch bewertet die SFL mögliche Auswirkungen auf den Wettbewerb. Wenn ein Team absichtlich geschwächt werde oder gar nicht antrete, könne dies direkte Folgen für sportliche Entscheidungen in einer laufenden Meisterschaft haben. Damit werde laut Liga die Integrität des Wettbewerbs gefährdet.
Die SFL bezeichnet das Verhalten von GC deshalb klar als «unsportlich».
Regeländerung bereits geplant
Die Diskussion dürfte nun auch politische Folgen innerhalb des Schweizer Fussballs haben. Bereits am Montag will die Swiss Football League an ihrer ausserordentlichen Generalversammlung eine Anpassung des Reglements beantragen.
Künftig sollen Klubs verpflichtet werden, in jedem Meisterschaftsspiel eine Mannschaft einzusetzen, die der sportlichen Leistungsfähigkeit des Vereins entspricht. Wer absichtlich ein massiv geschwächtes Team antreten lässt, könnte künftig disziplinarisch bestraft werden.
Gerade im Saisonendspurt dürfte die Diskussion um Fairness und Wettbewerbsintegrität damit weiter an Fahrt aufnehmen.