Werbung

USA-China-Gespräch treibt Aktien

Wegen Auffahrt war das Handelsvolumen gering. USA und China sprachen über Zölle, Krieg und Rohstoffe. Hoffnung auf Handelsstreit-Ende trieb an. SMI plus 0.9 Prozent: 13'220 Punkte.

USA-China-Gespräch treibt Aktien
Christopher Chandiramani: «Bis jetzt haben sich die Aktien gut gehalten, besonders Technologiewerte. Die KI verspricht weitere Gewinnsteigerungen.» Bild: Portal24
Werbung

US-Präsident Trump und Chinas Staatschef Xi haben sich am bilateralen Gipfeltreffen in Peking um Harmonie bemüht. Sie versprachen sich gegenseitig beim Handel weniger Zollchaos – China versprach im Gegenzug Austausch von Rohstoffen und Knowhow für KI-Chips. Zu den geopolitischen Konflikten gab es nur spärliche Statements. Es war ein Empfang ganz nach Donald Trumps Geschmack, mit militärischen Ehren, Jubel und rotem Teppich.

Trumps Wunschkandidat, der 56-jährige Kevin Warsh wird neuer Chef der US-Notenbank FED und löst damit Jerome Powell ab.

Der aktuelle Ölpreis bewegt sich aufgrund der Unsicherheiten im Nahen Osten und der allgemeinen Marktlage auf hohem Niveau. Die Notierungen für die wichtigsten Rohölsorten liegen beim Nordseeöl (Brent) auf 100 bis 108 USD pro Barrel.

Energiekrise auf Kuba: Am Donnerstag kam es wiederum zu einem Stromausfall, von allem im Osten der Karibikinsel. Kubas Regierung macht die USA dafür verantwortlich wegen des Ölboykotts. Der CIA-Chef John Ratcliffe traf sich am Freitag auf Kuba mit Regierungsvertretern. Washington verlangt Reformen, doch Havanna stellt eigene Konditionen.

Inflation infolge hoher Energiepreise: US-Hersteller heben Preise stärker an als erwartet. Die Erzeugerpreise USA stiegen im April von 154.37 auf 156.50 Indexpunkte im Vergleich zum Vormonat.

Der britische Gesundheitsminister Wes Streeting tritt zurück. Der als möglicher Nachfolger von Keir Starmer gehandelte Gesundheitsminister begründet dies mit der aktuellen Regierungskrise. Bei den letzten Wahlen hatten die grössten Parteien Labour und Konservative massiv Stimmen verloren. Gewinner waren die Rechtsparteien.

Die Schweizer Hauseigentümer sitzen auf Milliarden-Hypothekenschulden. Das ist aber zurzeit kein Alarmzeichen, solange die Immobilienpreise durch das Bevölkerungswachstum steigen. Erst ein Zinsanstieg oder eine Wirtschaftskrise wären problematisch.

Unternehmensnachrichten

Der Aktienkurs von Holcim verzeichnete einen Rücksetzer. Massgeblich dafür waren in erster Linie Gewinnmitnahmen nach einem Drei-Monate-Hoch. Investoren nutzten das Hoch, um Kasse zu machen. Zudem geriet die gesamte europäische Baustoffbranche unter Druck, was sich auch in Kursverlusten bei Konkurrenten wie Heidelberg Zement und Saint-Gobain widerspiegelte.

U-blox verlässt die Schweizer Börse. Nach fast 20 Jahren Börsenpräsenz wurden die Aktien des Halbleiterherstellers am 15. Mai zum letzten Mal an der SIX gehandelt. Die Dekotierung der verbliebenen Aktien erfolgt per 18. Mai.

Die Immobiliengesellschaft Intershop hat die Ausgabe einer bis 2031 laufenden Anleihe über CHF 125 Mio. angekündigt. Ausgegeben wird sie von der ZKB. Bei einem Emissionspreis von 100% beträgt der Coupon 1.1275%. Der Erlös wird zur Rückzahlung einer Fälligkeit und zur Refinanzierung des Kaufs eines Gewerbe- und Industrieareals in Kemptthal (ZH) verwendet.

Der Immobilienkonzern Swiss Property (PSP) hat im ersten Quartal den Ertrag aus Liegenschaften um 0.7% auf CHF 87.5 Mio. gesteigert. Der Betriebsgewinn sank 0.3% auf CHF 74.7 Mio., während der Gewinn 8.4% auf CHF 54,2 Mio. anstieg. Inklusive Neubewertungen betrug der Gewinn indes CHF 64.8 Mio.

Der Versicherungskonzern Zurich Insurance Group hat im ersten Quartal die Bruttoprämieneinnahmen im Schaden- und Unfallgeschäft auf vergleichbarer Basis um 8% gesteigert. Commercial wuchs 9%, Retail 7%. Im Bereich Leben haben die Einnahmen um 5% zugenommen, «zu Supermargen». Die zugrundeliegenden Gebühreneinnahmen von Farmers Group haben sich 4% erhöht. Die Kapitalposition ist gemäss Swiss Solvency Test mit 265% ausgezeichnet.

Der Personaldienstleister Adecco meldet für das erste Quartal einen Umsatz von CHF 5'658 (i.V. 5'573) Mio., hinter welchem organisches Wachstum von 5.3% steht. Die Bruttomarge beträgt 18.8% (i.V. 19,4), die bereinigte Ebita-Marge 2.6% (2,4). Unter dem Strich steht ein Gewinn von CHF 69 (60) Mio. – mehr als erwartet. Für das zweite Quartal erwartet die Gruppe eine etwas geringere Bruttomarge.

Der Logistikkonzern Kühne + Nagel hat mit dem Messebetreiber MCH Group eine fünfjährige Logistikpartnerschaft abgeschlossen. Sie umfasst die Messestandorte von MCH in Basel, Zürich und Lausanne.

Der Versicherungskonzern hat Helvetia Baloise 2025 ein Geschäftsvolumen von CHF 19.8 Mrd. erreicht. Der Gewinn belief sich auf 1.03 Mrd. Aktionäre sollen eine Dividende in Höhe von CHF 7.70 erhalten. Bis 2028 strebt die Gruppe eine Eigenkapitalrendite im Bereich von 16 bis 18% an. Basis dafür sind auch Einsparungen von rund CHF 350 Mio. (Personalabbau).

Die Aktionäre der Zuger Kantonalbank (ZGKB) haben am Samstag an der Generalversammlung alle Anträge des Bankrats angenommen, darunter auch eine Dividende für 2025 von CHF 230.

Aussichten

Zurzeit gibt es zahlreiche Konfliktherde auf der Welt. Die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten sind noch nicht beendet. Die kurzen Waffenpausen sind sehr brüchig. Die USA schielen weiter auf Venezuela (Erdölreserven). Kuba ist geografisch und strategisch interessant. Das gilt auch für Taiwan in Bezug auf China. Die gegenwärtige Situation birgt auch Inflationspotenzial in sich. Ölpreise bleiben auf einem Rekordhoch, verteuern Produktion und Transportwege und schmälern Gewinne. Bis jetzt haben sich die Aktien gut gehalten, besonders Technologiewerte. Die künstliche Intelligenz (KI) verspricht weitere Gewinnsteigerungen. Auch Finanz- und Pharmaaktien haben sich gut gehalten. Energieproduzenten dürften die Margen erweitern können.

Werbung
Original auf Aarau24 öffnen