Die Motion von Einwohnerrätin Susanne Heuberger fordert den Erhalt und den Weiterbetrieb sämtlicher 29 Seniorenwohnungen auf Walthersburg inklusive der Zurlindenvilla als Begegnungsort. Zudem sollen die Gebäude vom Finanzvermögen ins Verwaltungsvermögen überführt werden. Dafür wäre auch eine Volksabstimmung notwendig.
Der Stadtrat spricht sich jedoch gegen diese Forderungen aus. Zwar anerkennt er die Bedeutung altersgerechter Wohnungen, hält eine dauerhafte Zweckbindung der Gebäude aber für nicht sinnvoll. Die Wohnungen sollen weiterhin flexibel bewirtschaftet werden können.
Bereits beim Kauf der Liegenschaft im Jahr 2019 sei klar gewesen, dass die Stadt die Gebäude als Finanzanlage erwirbt. Die Stadt habe damals bewusst kein eigentliches Alterszentrum übernommen, sondern eine Wohnliegenschaft mit bestehendem Mietverhältnis.
Wohnungen könnten weiterhin an ältere Menschen gehen
Laut Stadtrat sollen die Wohnungen auch künftig bevorzugt an ältere Personen vermietet werden können. Eine verbindliche Nutzung ausschliesslich als Seniorenwohnungen lehnt die Stadt jedoch ab. Die Wohnungen seien zudem nicht vollständig barrierefrei.
Die bisherigen Leerstände würden laut Stadtrat darauf hindeuten, dass die Nachfrage nach zweckgebundenen Seniorenwohnungen an diesem Standort begrenzt sein könnte. Eine umfassende Anpassung der Gebäude an heutige Anforderungen würde grössere Umbauten nötig machen.
Zukunft der Zurlindenvilla offen
Auch die Zurlindenvilla bleibt ein Thema. Der Stadtrat anerkennt deren Bedeutung als sozialer Treffpunkt für die Bewohnerinnen und Bewohner. Kurzfristig soll weiterhin ein Begegnungsort sichergestellt werden.
Wie die langfristige Nutzung aussehen soll, ist jedoch noch offen. Der Stadtrat möchte dies im Rahmen der weiteren Entwicklung der gesamten Liegenschaft prüfen.
Hohe finanzielle Folgen möglich
Eine Überführung der Gebäude ins Verwaltungsvermögen hätte laut Stadtrat erhebliche finanzielle Auswirkungen. Gebäude im Verwaltungsvermögen müssten jährlich abgeschrieben werden, was die städtische Rechnung belasten würde.
Zudem wäre eine solche Umwandlung nur möglich, wenn die Wohnungen künftig einer öffentlichen Aufgabe dienen würden, etwa mit städtisch organisierten Pflege oder Betreuungsangeboten.
Motion warnt vor Wohnungsmangel
Die Motion verweist dagegen auf den grossen Mangel an Alterswohnungen in Aarau. Seit dem Rückbau der Alterssiedlung Herosé habe sich die Situation zusätzlich verschärft. Bis neue Seniorenwohnungen entstehen, dürften noch mehrere Jahre vergehen.
Die Motionäre befürchten deshalb, dass ein Verlust der bisherigen Seniorenwohnungen auf Walthersburg die Situation für ältere Menschen weiter verschlechtern würde.