Werbung

Walthersburg sorgt weiter für politische Diskussionen

Die Neubewertung der Aarauer Liegenschaft Walthersburg sorgt weiter für politische Diskussionen. Der Stadtrat sieht ein FDP-Postulat jedoch bereits als erfüllt an.

Walthersburg sorgt weiter für politische Diskussionen
Bild: Canva
Werbung

Der Aarauer Stadtrat beantragt dem Einwohnerrat, das dringliche Postulat von FDP-Einwohnerrat Christian Oehler zur Neubewertung der Walthersburg nicht zu überweisen. Grund dafür ist, dass die geforderte Neubewertung der Liegenschaft bereits durchgeführt worden sei.

Das Postulat war am 15. April 2026 eingereicht worden. Darin verlangte die FDP unter anderem eine sofortige Neubewertung der Immobilie Walthersburg sowie die Offenlegung verschiedener Finanzkennzahlen seit dem Kauf der Liegenschaft im Jahr 2019.

Neue Schätzung fällt höher aus

Gemäss Botschaft des Stadtrats wurde die Neubewertung bereits extern in Auftrag gegeben und liegt inzwischen vor. Die Bewertung sei von einer Firma erstellt worden, die weder beim Kaufprozess 2019 noch bei damaligen Due-Diligence-Abklärungen beteiligt gewesen sei. Damit entspreche das Vorgehen weitgehend den Forderungen des Postulats.

Die neue Schätzung der Walthersburg beläuft sich laut Stadtrat auf 33,4 Millionen Franken. Bei der letzten Bewertung im Jahr 2022 lag der Wert noch bei rund 31,47 Millionen Franken. Damit ergibt sich eine Differenz von knapp 1,93 Millionen Franken.

Für die Bewertung sei die sogenannte DCF-Methode angewendet worden. Diese berücksichtigt künftige Erträge und Kosten einer Liegenschaft. Laut Stadtrat stimmen die verwendeten Parameter teilweise mit den Forderungen des Postulats überein.

FDP fordert Transparenz zu Finanzen

Im Postulat verlangte die FDP detaillierte Vorgaben zur Berechnung. Unter anderem sollten konkrete Diskontsätze, Leerstände, Unterhaltskosten sowie Mietwerte für Alterswohnungen und Mietwohnungen berücksichtigt werden. Zudem forderte die Partei eine Sensitivitätsanalyse, welche aufzeigt, welche Faktoren den grössten Einfluss auf die Bewertung haben.

Zusätzlich verlangte die FDP die Offenlegung der finanziellen Entwicklung der Walthersburg seit dem Kauf. Gefordert wurden die jährlichen Bruttoerträge, Unterhalts- und Betriebskosten sowie die Nettoerträge der Jahre 2019 bis 2025.

In der Begründung des Vorstosses schrieb die FDP, die gesamte Thematik rund um Kauf, Betrieb und Konkurs der Walthersburg habe «ein Ausmass angenommen, dass einige Korrekturen und viel Aufklärungsarbeit» notwendig mache.

Stadtrat sieht Hauptforderung als erfüllt

Da die Neubewertung bereits erfolgt sei, betrachtet der Stadtrat die Hauptforderung des Postulats als erfüllt und den Vorstoss damit als gegenstandslos. Der Einwohnerrat wird deshalb aufgefordert, das Postulat nicht zu überweisen.

Werbung
Original auf Aarau24 öffnen