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Gegner bekämpfen VERAS mit scharfer Kritik

Das Komitee «VERAS NEIN» lehnt das geplante Verkehrsprojekt ab und fordert stattdessen Investitionen in Bahn und Velowege.

Gegner bekämpfen VERAS mit scharfer Kritik
Bild: Gemeinde Gränichen
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Das Komitee «VERAS NEIN» lehnt das geplante Verkehrsprojekt ab und fordert stattdessen Investitionen in Bahn und Velowege.

Kritik an grossem Strassenprojekt

An einer Medienkonferenz in Suhr hat das Komitee «VERAS NEIN» deutliche Kritik am geplanten Verkehrsprojekt VERAS geäussert. Die Gegnerinnen und Gegner bezeichneten das Vorhaben als verkehrspolitisch rückwärtsgewandt und warnten vor mehr Verkehr, zusätzlicher Zersiedelung und hohen Kosten.

Mit Gesamtkosten von 384 Millionen Franken wäre VERAS das teuerste Tiefbauprojekt in der Geschichte des Kantons Aargau. Trotz der hohen Investitionen würden weiterhin rund 13’000 Fahrzeuge pro Tag durch Suhr fahren. Eine echte Entlastung der Dorfzentren sei deshalb fraglich.

Gegner warnen vor zusätzlichem Verkehr

Das Projekt sieht neue Strassenachsen, Brücken, Tunnel und Verkehrsknoten vor. Aus Sicht des Komitees löse VERAS jedoch nicht die Ursachen der Verkehrsprobleme, sondern schaffe zusätzliche Kapazitäten für den motorisierten Individualverkehr.

Lelia Hunziker, Grossrätin der SP, sagte: «VERAS behandelt nicht die Ursachen des Verkehrsproblems, sondern schafft neue Strassenkapazitäten und damit neuen Verkehr.»

Besonders kritisch beurteilen die Gegner die Auswirkungen auf das Wynental. Eine bessere Anbindung erhöhe den Druck auf neue Überbauungen und zusätzlichen Pendlerverkehr. Dadurch würden Kulturland und Naherholungsräume weiter unter Druck geraten.

Fokus auf Bahn und Velowege

Das Komitee fordert stattdessen Investitionen in den öffentlichen Verkehr und die Veloinfrastruktur. Vorgeschlagen wird unter anderem ein Ausbau der Wynentalbahn mit zusätzlichen Doppelspurabschnitten, dichteren Fahrplänen und Schnellverbindungen zwischen Menziken und Aarau.

Zudem brauche es sichere und direkte Veloverbindungen zwischen dem Wynen und Suhrental sowie Aarau. Besonders für kurze Strecken sehen die Gegner grosses Potenzial beim Velo und E Bike.

Irène Kählin, Nationalrätin der Grünen, erklärte: «Die Zukunft der Mobilität liegt nicht in immer neuen Strassen, sondern in attraktiven Bahnverbindungen, sicheren Velowegen und lebenswerten Dorfzentren.»

Zweifel an Entlastung für Suhr

Auch die versprochene Verkehrsberuhigung in Suhr wird von den Gegnern angezweifelt. Die Kantonsstrasse und Tempo 50 würden weiterhin bestehen bleiben. Für Fussgängerinnen, Velofahrende sowie Kinder und ältere Menschen bringe das Projekt kaum Verbesserungen bei Sicherheit und Aufenthaltsqualität.

Yves Gärtner vom VCS sagte: «Suhr bleibt trotz VERAS ein Durchfahrtsort. Das Projekt organisiert den Verkehr effizienter, schafft aber kaum echte Lebensqualität.»

Kosten stark gestiegen

Besonders kritisch beurteilt das Komitee die Entwicklung der Projektkosten. Ursprünglich sei mit rund 207 Millionen Franken gerechnet worden. Mittlerweile liege der Betrag bei 384 Millionen Franken.

Gian von Planta, Grossrat der GLP, sagte: «384 Millionen Franken für ein Projekt mit begrenzter Wirkung sind finanzpolitisch schlicht unverhältnismässig.»

Das Komitee fordert deshalb einen grundsätzlichen Kurswechsel in der Verkehrspolitik mit stärkerem Fokus auf nachhaltige Mobilität und lebenswerte Ortszentren.

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Original auf Aarau24 öffnen