Basierend auf einer Strafanzeige vom 22. April 2026 führt die Zürcher Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren gegen Brian Keller wegen Verdachts auf Drohung und weitere Delikte.
Im Zuge dieses Verfahrens versetzte das Zwangsmassnahmengericht den Beschuldigten am 25. April 2026 in Untersuchungshaft.
Vergleich beschlossen
Die anwaltlich vertretenen Parteien haben gemäss Mitteilung der Staatsanwaltschaft inzwischen einen Vergleich geschlossen, der auch einen Rückzug des Strafantrags der Geschädigten beinhaltet. Der Beschuldigte wurde am 11. Mai 2026 aus der Haft entlassen.
Die Staatsanwaltschaft beabsichtige, dieses Strafverfahren gegen den Beschuldigten einzustellen.
Brian Keller wurde durch den sogenannten «Fall Carlos» landesweit bekannt. Seine Geschichte löste in der Schweiz jahrelange Debatten über Jugendstrafrecht, Resozialisierung, Isolationshaft und Medienethik aus.
Bekannt wurde er 2013 durch eine SRF-Dokumentation über jugendliche Straftäter unter dem Pseudonym «Carlos».
Er fiel schon früh durch Gewalt- und Jugenddelikte auf und verbrachte viele Jahre im Gefängnis. Teilweise sass er in Isolationshaft. Sein spezielles Betreuungsprogramm mit intensiver sozialpädagogischer Unterstützung führte damals zu einer grossen politischen Kontroverse in der Schweiz. Menschenrechtsorganisationen und auch internationale Beobachter kritisierten später seine Haftbedingungen.2024 wurde Keller nach langer Haft entlassen. Danach trat er öffentlich als Boxer auf und absolvierte 2025 seinen ersten offiziellen Kampf.
Im Juni 2025 geriet er erneut mit dem Gesetz in Konflikt. 2026 kam er erneut in Untersuchungshaft wegen Verdachts auf Drohung und Nötigung. (KI)