An der 19. Generalversammlung des Dachverbands Tagesstrukturen Mittagstisch Aargau (dtma) in Ehrendingen standen die Qualität der schulergänzenden Betreuung sowie politische Herausforderungen im Mittelpunkt. Vertreterinnen und Vertreter aus Bildung, Betreuung und Politik diskutierten über die Zukunft von Tagesstrukturen im Kanton Aargau.
Betreuung trotz schwieriger Raumverhältnisse
Eröffnet wurde die Versammlung mit einem Fachreferat von Lis Lüthi, Leiterin der Fachstelle Alter und Familie des kantonalen Sozialdienstes, sowie Thomas Küng vom Departement Bildung, Kultur und Sport. Im Zentrum standen die Herausforderungen moderner Tagesstrukturen in teilweise ungeeigneten Schulräumen.
Thomas Küng betonte dabei: «Gute Betreuung hängt nicht ausschliesslich von perfekten Räumen ab, sondern vor allem von durchdachter Gestaltung, klaren pädagogischen Konzepten und qualifizierten Mitarbeitenden.»
Die Referierenden zeigten anhand praktischer Beispiele auf, wie bestehende Infrastruktur sinnvoll genutzt werden kann. Gleichzeitig verwiesen sie auf neue kantonale Qualitätsleitfäden für familien- und schulergänzende Kinderbetreuung. Gemeinden würden künftig stärker in die Verantwortung genommen, wenn es um Bewilligungen, Aufsicht und Qualitätsentwicklung gehe.
Verband fordert Gesetzesrevision
Auch im Jahresbericht blickte der Verband auf ein aktives Jahr zurück. Laut Präsidentin Pia Viel vertritt der dtma mittlerweile über 70 Mittagstische und Tagesstrukturorganisationen im Kanton Aargau und setzt sich für bessere Rahmenbedingungen sowie politische Interessenvertretung ein.
Im vergangenen Jahr engagierte sich der Verband unter anderem bei der Reform des Kinderbetreuungsgesetzes (KiBeG), organisierte Weiterbildungsangebote und verstärkte die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen. Vizepräsidentin und Geschäftsstellenleiterin Béa Bieber sagte: «Zentral wird die nötige Revision des Kinderbetreuungsgesetzes im Aargau bleiben; dass das aktuelle Gesetz nicht die Wirkung erzielt, die es sollte, ist durch die kantonale Initialstudie belegt.»
Zwei neue Vorstandsmitglieder gewählt
Die Generalversammlung genehmigte sämtliche statutarischen Geschäfte einstimmig. Zudem wurde der Vorstand erweitert: Sandra Hauri und Eveline Wyss wurden neu in das Gremium gewählt. Damit wolle der Verband seine fachliche und strategische Arbeit weiter stärken.
Der dtma kündigte an, die politische Lobbyarbeit sowie die Unterstützung der Mitgliederorganisationen weiter auszubauen. Präsidentin Pia Viel hielt fest: «Für die dafür nötige Akzeptanz werden wir beim Kanton hartnäckig weiter an die Türe klopfen.»
Bereits heute richtet sich der Blick auf das kommende Jahr: 2027 feiert der Verband sein 20-jähriges Bestehen.