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Neuer Saurier-Sensationsfund

Ein aussergewöhnlicher Fossilienfund des Sauriermuseums Aathal, ein Schädel von einem Langhals-Dinosaurier namens «Lucy», ist ab Karfreitag im Aathal zu bestaunen.

Neuer Saurier-Sensationsfund
Vollständiger Schädel eines Sauropoden, eines Langhals-Dinosauriers. Ab 3. April 2026 im Aathal bei Wetzikon zu sehen. Bild: Sauriermuseum Aathal
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Das Grabungsteam des Sauriermuseums Aathal arbeitet alljährlich mehrere Wochen in einem gepachteten Steinbruch in Nordamerika. Es handelt sich dort um Gesteinsschichten der Jurazeit; die Funde aus dieser sogenannten Morrison Formation sind rund 150 Millionen Jahre alt.

Schädel eines Langhals-Dinosauriers

Vor zwei Jahren wurde ein grosser Gesteinsblock mit vermutetem Schädelmaterial als Nebenfund ins Museum in Aathal geschickt. «Erst anfangs 2026 fand das Team dann Zeit, sich den Block etwas genauer anzuschauen», schreibt das Sauriermuseum Aathal in seiner Mitteilung. «Plötzlich zeigte sich neben den Schädelteilen der typische Glanz von Zähnen. In diesem Fall von Zähnen, welche aufgrund ihrer schaufelförmigen Krone eindeutig der Gruppe der Camarasaurier zugeordnet werden konnten.»

Vollständig extrem selten

Während der aufwändigen Präparation ist klar geworden, wie aussergewöhnlich vollständig dieses Fossil erhalten ist. «Schädel von Sauropoden, also Langhals-Dinosauriern, gehören zu den seltensten Fossilien überhaupt», so das Museum weiter. Der Grund liege in ihrer besonderen Anatomie: «Da sie auf extrem langen Hälsen sitzen, sind sie sehr leicht gebaut. Das heisst die Knochen sind ungewöhnlich dünn und fragil und zerfallen nach dem Tod des Tieres normalerweise in dutzende Einzelteile.» Entsprechend selten sei es, dass ein Sauropoden-Schädel überhaupt vollständig erhalten bleibe.

Dr. Emanuel Tschopp, Sauropodenspezialist und Wissenschaftler an der Freien Universität in Berlin, ist hocherfreut über die Entdeckung: «Solche Funde sind extrem selten. Von der Grösse dieses Schädels war bisher nur ein einziger bekannt. Dieser ist im Carnegie Museum in Pittsburgh, USA, ausgestellt.» Es wäre spannend, die beiden Schädel in einer zukünftigen Forschungsarbeit miteinander zu vergleichen. «Gerade die Zähne könnten wichtige Erkenntnisse liefern. Hinweise auf das Fressverhalten, mögliche Wanderbewegungen oder sogar auf die Körpertemperatur junger Sauropoden», meint Emanuel Tschopp.

Im Vergleich mit anderen Funden von Camarasauriern schätzt das Aathaler Grabungsteam, dass das Tier zum Zeitpunkt seines Todes etwa acht bis zehn Jahre alt war. Auch dies werde wohl noch Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen sein. Somit leiste das Sauriermuseum Aathal mit seinen Dinosaurier-Grabungen und der Präparation der Funde einen bedeutenden Beitrag an die Wissenschaft.

Name: «Lucy»

Der Fund wird «Lucy» genannt. Warum? «Dinosaurierfunde erhalten individuelle Namen, die nichts mit der wissenschaftlichen Bezeichnung der Art zu tun haben. Sie dienen lediglich dazu, einzelne Funde voneinander zu unterscheiden», erklärt das Sauriermuseum Aathal. Der Schädel «Lucy» sei nach der Tochter von Yolanda Schicker-Siber benannt worden, der Direktorin und Grabungsleiterin des Sauriermuseums.

Der Schädel von Camarasaurus «Lucy» ist ab Karfreitag, dem 3. April 2026 erstmals im Sauriermuseum Aathal zu sehen.

www.sauriermuseum.ch

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Original auf Aarau24 öffnen