Das Veloverleihsystem PubliBike in Aarau steht im Zentrum einer politischen Anfrage. Christoph Müller, Einwohnerrat der SVP, stellt die Wirtschaftlichkeit des Angebots grundsätzlich in Frage. In seiner Anfrage schreibt er, es erscheine «plausibel, dass jede Fahrt mit einem PubliBike in Aarau mit durchschnittlich mindestens 5 Franken subventioniert wird».
Das Angebot wird seit Juli 2024 betrieben und umfasst rund 20 Stationen mit etwa 130 Velos und E-Bikes. Es handelt sich um ein Pilotprojekt mit einer Laufzeit von fünf Jahren.
Fehlende Transparenz bei Kosten
Müller kritisiert insbesondere, dass konkrete Zahlen zu den laufenden Kosten öffentlich kaum zugänglich seien. Zwar seien im Rahmen des Projekts ursprünglich Kosten von rund 319'000 Franken veranschlagt worden, doch aktuelle Angaben zu Betrieb, Unterhalt und Subventionen fehlten weitgehend.
In der Anfrage wird festgehalten, dass weder in Jahresberichten noch in Budgets oder strategischen Dokumenten der Stadt detaillierte Angaben zur finanziellen Belastung zu finden seien. Auch die Beiträge von Kanton und Bund seien nicht klar ausgewiesen.
Forderung nach detaillierten Zahlen
Mit der Anfrage verlangt Müller vom Stadtrat umfassende Auskünfte. Unter anderem sollen die Gesamtkosten des Projekts, aufgeschlüsselt nach Jahren und Posten, offengelegt werden. Ebenso wird nach Subventionen, Vertragsinhalten sowie möglichen Defizitgarantien gefragt.
Ein weiterer Punkt betrifft die Nutzung des Angebots. Laut öffentlich zugänglichen Informationen wurden seit dem Start über 20'000 Fahrten registriert. Der Einwohnerrat möchte nun genau wissen, wie sich diese Zahlen entwickeln und wie viele Nutzerinnen und Nutzer das Angebot regelmässig nutzen.
Grundsatzdebatte über öffentliche Mittel
Die Diskussion geht über Aarau hinaus. In der Anfrage wird darauf hingewiesen, dass schweizweit bereits grosse zweistellige Millionenbeträge in vergleichbare Systeme geflossen seien. Letztlich würden diese Kosten immer von der öffentlichen Hand getragen.
Müller stellt deshalb die grundsätzliche Frage nach dem Nutzen solcher Angebote. Er bezeichnet das System als eines, das «gestern, heute und auch in Zukunft niemals rentabel betrieben werden kann».
Entscheid liegt beim Stadtrat
Der Stadtrat wird die Anfrage nun beantworten müssen. Die Stellungnahme dürfte zeigen, wie hoch die tatsächlichen Kosten sind und welchen Stellenwert das Veloverleihsystem in der Mobilitätsstrategie der Stadt einnimmt.
Die politische Debatte über Nutzen und Finanzierung dürfte damit jedoch kaum abgeschlossen sein.