GLP Aargau lud am 25. Februar 2026 zum Frauennetzwerktreffen in die Barracuda Bar in Lenzburg. Im Mittelpunkt stand das Thema Kreislaufwirtschaft und die Frage, wie Wirtschaft und Gesellschaft ressourcenschonender gestaltet werden können. Rund um ein Inputreferat von Monika Saleh, Technologie- und Innovationsexpertin beim Hightech Zentrum Aargau, diskutierten die anwesenden Frauen konkrete Lösungsansätze.
Schweiz verbraucht mehr Ressourcen als nachhaltig sind
Im Referat wurde aufgezeigt, dass der Ressourcenbedarf der Schweiz hoch ist. Bereits im Mai wird jeweils der nationale Overshoot Day erreicht. Würden alle Menschen so leben wie hierzulande, wären mehrere Erden nötig, um den Ressourcenverbrauch zu decken. Gleichzeitig zählt die Schweiz zu den Ländern mit besonders hohem Abfallaufkommen pro Kopf in Europa.
Recycling allein genügt gemäss den Ausführungen nicht. Der Anteil recycelter Materialien an der gesamten Rohstoffnachfrage bleibt vergleichsweise tief. Selbst eine vollständige Wiederverwertung aller Abfälle könnte nur einen Teil des heutigen Materialbedarfs decken.
Mehr als nur Recycling
Kreislaufwirtschaft bedeutet laut Referentin weit mehr als das Sammeln und Wiederverwerten von Abfällen. Gefordert sei ein grundlegender Wandel vom linearen Wirtschaftsmodell hin zu zirkulären Systemen, in denen Produkte länger genutzt, repariert, wiederverwendet und weiterentwickelt werden.
Politisch seien auf internationaler und nationaler Ebene erste Schritte eingeleitet worden. Dennoch bestehe weiterhin eine Lücke zwischen ambitionierten Zielen und der praktischen Umsetzung.
Wirtschaft als entscheidender Hebel
Ein zentrales Thema des Abends war die Rolle der Unternehmen. Nur ein kleiner Teil der Schweizer Firmen beschäftigt sich bislang aktiv mit der Umstellung auf kreislauforientierte Geschäftsmodelle. Damit liege der grösste Hebel für eine nachhaltige Transformation in der Wirtschaft selbst.
Das Hightech Zentrum Aargau unterstützt Unternehmen mit Innovationsberatung, Förderanträgen und der Vernetzung mit Forschungspartnern. Beispiele aus dem Kanton zeigen, dass zirkuläre Lösungen wirtschaftlich tragfähig sein können.