Werbung

Nein zur kantonalen Initiative «Arbeit muss sich lohnen»

● Elisabeth Burgener schreibt:

Nein zur kantonalen Initiative «Arbeit muss sich lohnen»
Bild: zvg
Werbung

Sozialhilfe ist kein Wunschprogramm, sondern das letzte Auffangnetz unseres Sozialstaates. Wer sie bezieht, lebt am Existenzminimum. Freiwillig entscheidet sich kaum jemand für ein Leben mit minimalem Grundbedarf und strengen Auflagen. Die meisten Menschen geraten durch einschneidende Ereignisse in Not. Krankheit, Jobverlust, Scheidung oder ein Unfall können jede und jeden treffen.

Unsere Bundesverfassung garantiert in Artikel 12 das Recht auf Hilfe in Notlagen. Dieses Recht schützt die Menschenwürde und verhindert, dass Menschen aus der Gesellschaft fallen. Sozialhilfe stabilisiert nicht nur Einzelne, sondern auch das Gemeinwesen. Sie reduziert Folgekosten durch Gesundheitsprobleme und soziale Ausgrenzung.

Die kantonale Initiative «Arbeit muss sich lohnen» der Jungen SVP, über die am 8. März abgestimmt wird, fordert die pauschale Kürzung des Grundbedarfs in der Sozialhilfe nach zwei Jahren Leistungsbezug um mindestens fünf Prozent. Was vom Titel her nach Leistungsanreiz klingt, trifft in Tat und Wahrheit viele Menschen, die kaum Handlungsspielraum haben, etwa Alleinerziehende mit ihren Kindern, die rund einen Drittel der Sozialhilfebeziehenden ausmachen. Die Initiative schaffe mehr Armut statt Lösungen für einen Weg zurück in die Selbständigkeit.

Gefragt seien genügend Plätze für die Rückkehr in den Arbeitsmarkt sowie bezahlbare Betreuungsmöglichkeiten für Kinder. Diese Ziele würden nicht durch Druck oder pauschale Kürzungen erreicht, sondern durch gezielte Unterstützung.

Ein starker Sozialstaat sei kein Zeichen von Schwäche, sondern von Verantwortung.

Werbung
Original auf Aarau24 öffnen