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Neues Figurentheater hinterfragt autoritäre Macht

Mit «ZINNOBER!» bringt Theater Marie eine politische Theaterarbeit nach Aarau, die Macht, Projektionen und kollektive Täuschung untersucht.

Neues Figurentheater hinterfragt autoritäre Macht
Bild: zvg
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In der Alten Reithalle der Bühne Aarau feiert am Mittwoch, 19. Februar 2026, die neue Produktion «ZINNOBER!» von Theater Marie Premiere. Das Stück basiert frei auf E.T.A. Hoffmanns Kunstmärchen «Klein Zaches genannt Zinnober» und verbindet Schauspiel mit Figurentheater.

Vom Objekt zur Machtfigur

Im Zentrum steht eine Figur, die durch Zuschreibung wächst. Ein Stück Holz wird zum Kind, später zum Studenten, Minister und schliesslich zum Präsidenten. Fähigkeiten anderer werden Zinnober zugeschrieben, während er selbst mit Phrasen und Getöse an Einfluss gewinnt. Die Inszenierung fragt danach, wer Macht ausübt und wer sie ermöglicht.

Gesellschaftliche Spiegelung

Autorin Martina Clavadetscher beschreibt das Stück als Untersuchung von Schein und Sein, Verantwortung und Projektion. «Ich will die Mechanismen der Macht zeigen und wie lustvoll jede Lüge angenommen wird, solange sie uns unterhält», hält sie fest. Regisseur Jan Stephan Schmieding ergänzt den Blick auf Aufmerksamkeit und Verantwortung mit den Worten: «Man kann es beschreiben als einen Wettstreit zwischen Vernunft, Wissenschaft und Fantasie.»

Spiel, Bühne und Klang

Vier Darstellerinnen und Darsteller teilen sich die Bühne mit einer Puppe, die Zinnober verkörpert. Die Spielenden bleiben sichtbar und führen die Figur offen, was die politische Dimension betont. Dramaturg Manuel Bürgin sagt dazu: «Man könnte die Puppe einfach weglegen, und dann wäre das Spiel aus. Doch das macht niemand.» Bühne und Licht von Michel Schaltenbrand, Kostüme von Gwendolyn Jenkins sowie das Sounddesign von Daniel Steiner prägen die rasante Erzählweise.

Termine und Gastspiele

Die Premiere findet am 19. Februar 2026 um 20 Uhr statt, weitere Vorstellungen in Aarau folgen am 20. und 21. Februar. Gastspiele sind unter anderem in Bern und Baden geplant.

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Original auf Aarau24 öffnen