Das Rösslitram gehörte über Jahrzehnte zu den charmantesten Attraktionen im Knies Kinderzoo. Der Klang der Hufe und das gemütliche Tempo prägten Generationen von Besuchenden. Am Freitag, 30. Januar 2026, wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen: Mit der feierlichen Eröffnung des Elektrotrams begann eine moderne Ära, die Tradition und Innovation verbindet. Das neue Fahrzeug fährt auf derselben Strecke wie sein Vorgänger, setzt jedoch auf nachhaltige Elektromobilität und zeitgemässen Komfort.
Projekt von Lernenden
Besonders bemerkenswert ist die Entstehung des Elektrotrams. Lernende des Schweizer Schienenfahrzeugherstellers Stadler verantworteten das Projekt nahezu vollständig selbstständig. Sie übernahmen Planung, Projektmanagement, Einkauf der Materialien, Budgetkontrolle, Administration, Montage sowie die Inbetriebnahme und Übergabe.
Lucius Gerig, Leiter der Division Schweiz bei Stadler Rail, zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Nachwuchskräfte. Die Lernenden hätten mit grosser Energie gearbeitet und eindrücklich gezeigt, wie Herausforderungen lösungsorientiert angegangen werden. Seit Jahrzehnten investiert Stadler in die Ausbildung junger Fachkräfte und baut dieses Engagement kontinuierlich aus.
Tradition bewahren, Zukunft gestalten
Für Knies Kinderzoo bedeutet das neue Tram weit mehr als ein Ersatz für das bisherige Transportmittel. Direktorin Sibylle Marti sprach von einem Herzensprojekt, das über ein Jahr hinweg entwickelt wurde. Es sei wichtig, funktionierende Traditionen zu pflegen und gleichzeitig Neues zu wagen. Die Zusammenarbeit mit Stadler und der Schweizerischen Südostbahn SOB zeige, wie erfolgreich diese Verbindung sein kann.
Auch Rapperswil-Jonas Stadtpräsidentin Barbara Dillier betonte die besondere Verbindung von Geschichte und Technik. Der Standort Kinderzoo habe schon immer Mobilität geprägt und sei gleichzeitig hervorragend geeignet für moderne Lösungen.
Schweizer Zusammenarbeit als Erfolgsmodell
Neben Stadler engagierte sich auch die Schweizerische Südostbahn SOB intensiv im Projekt. Ständerat und SOB-Verwaltungsratspräsident Benedikt Würth bezeichnete das Elektrotram als beispielhaft für die Stärke der Schweizer Zusammenarbeit. Wenn Wirtschaft, Politik und Ausbildung zusammenspielen, entstünden innovative und praxisnahe Lösungen. Das Projekt sei einzigartig und ein starkes Signal für die Zukunft der Berufsbildung.
Barrierefreiheit als wichtiger Schritt
Ein besonderes Augenmerk galt der Inklusion. Die Firma Diethelm Aufzüge aus Lachen entwickelte innerhalb von nur drei Wochen eine massgeschneiderte Hebebühne, die Rollstuhlfahrenden einen einfachen Einstieg ermöglicht. Damit wird der Kinderzoo für noch mehr Besucherinnen und Besucher zugänglich.
Technik und Emotionen vereint
Ivan Knie hob die emotionale Bedeutung des Projekts hervor. Der Zirkus und der Kinderzoo seien Orte der Erinnerungen und Erlebnisse. Gleichzeitig müsse man offen für neue Technologien bleiben. Das Elektrotram sei ein Meilenstein: Es fährt auf historischer Strecke, nutzt jedoch modernste Technik. Während sich viele Kinder für Tiere begeistern, fasziniert andere die Technik – im Kinderzoo finde beides seinen Platz.
Nationales Interesse und grosser Auftakt
Die Eröffnung stiess auf grosses Medieninteresse und gilt bereits als Projekt von nationaler Bedeutung. Das Elektrotram vereint nachhaltige Mobilität, innovative Technik und praxisorientierte Berufsbildung – Themen, die weit über die Region hinaus Aufmerksamkeit erhalten.
Der emotionale Höhepunkt des Anlasses war die Jungfernfahrt mit Vertreterinnen und Vertretern von Stadler, SOB sowie der Familie Knie. Sie markierte den Start eines neuen Kapitels im Kinderzoo und zeigte eindrücklich, wie Tradition lebendig bleibt, wenn sie mutig weiterentwickelt wird.