Was schreibt man als Redaktor zum 20-Jahre Jubiläum des Instituts für Software an der OST? Wenn man im Auditorium des Forschungsgebäudes sitzt und fasziniert den Worten führender Entwickler lauscht, die sich für den Laien wie eine Fremdsprache auf der Kommandobrücke des Raumschiff Enterprise anhört?
Man bedient sich der Errungenschaften dieses zukunftsweisenden Ortes. Und schreibt mit ein wenig Unterstützung der künstlichen «Intelligenz», welche eigentlich gar keine ist, sondern bloss profanes Suchen und Organisieren publizierter Informationen. Und die auch nur funktioniert, weil kluge und visionäre Köpfe wie die am IFS daran mitarbeiten.
Geladene Gäste aus Forschung, Lehre und Praxis kamen zusammen, um auf zwei Jahrzehnte Softwareentwicklung, Ausbildung (Bachelor und Master Informatik und AI) und Weiterbildung (namentlich den MAS Software Engineering) zurückzublicken – und einen Blick in die Zukunft zu wagen.
Daten sichtbar machen
Stefan Keller, Institutsleiter und Professor für Data Engineering und GISTech begrüsste die zahlreichen Gäste. Er betreibt angewandte Forschung in den Bereichen Datenbanken und räumliche Daten. Er zeigte unter anderem die Nebelkarte, die einen Lichtblick (im doppelten Sinne) der Datenvisualisierung darstellt. Zudem sprach er das aktuelle Thema «Digitale Souveränität» an und zeigte auf, wie jeder dazu beitragen kann, indem er beispielsweise selbst etwas in die OpenStreetMap-Karte einträgt oder OrganicMaps anstelle von Google Maps nutzt.
C++ reloaded
Der renommierte Software-Entwickler Peter Sommerlad hielt Rück- und Ausschau auf seine Arbeit der Programmiersprache C++ – speziell der modernen Nutzung im sicheren, wartbaren und agilen Software‐Umfeld. Er zeigte Wege auf, wie C++ in sicherheitskritischen Systemen eingesetzt werden kann, und verwies auf Tools und Methoden zur Verbesserung der Codequalität.
Zeuge der Anfänge des Schweizer Internets
Simon Poole führte die Zuhörer zurück in die Anfänge des Internets. Er war Anfang der 1990er‑Jahre Mitbegründer des ersten kommerziellen Internet‑Dienstanbieters in der Schweiz und damit Pionier der Internet‑Kommerzialisierung in Europa.
Künstliche Intelligenz macht auf Halloween
Passend zu Halloween charakterisierte Professorin Mitra Purandare den aktuellen Hype um Chatbots als gespenstische künstliche Intelligenz. Sie demonstrierte einen Chatbot für Sanitärinstallateure, der einen Anruf entgegennahm und prompt einen Termin am Samstagmorgen früh vereinbarte.
Nach den Vorträgen gab es einen Apéro mit Posterausstellung und einen Rundgang durch die IFS-Büros, wo viele Projekte und Demo-Objekte präsentiert wurden. Der Abend klang beim gemeinsamen Nachtessen mit ehemaligen und aktuellen Mitarbeitenden in angeregten Gesprächen aus.