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Weniger Versicherungsleistungen stösst auf Ablehnung

Eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung lehnt die Reduktion von Leistungen in der Grundversicherung ab. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Vergleichsdienstes Comparis.

Weniger Versicherungsleistungen stösst auf Ablehnung
Das Vertrauen in die Krankenkassenversicherung bröckelt. Fast 40% der Schweizer Bevölkerung nehmen Lücken im obligatorischen Schutz wahr. (Symbolbild) Bild: AdobeStock
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Knapp 40 % der Befragten sehen Lücken im obligatorischen Schutz – vor allem bei den 36- bis 55-Jährigen (45,9 %) und in der Westschweiz (50 %).

Haushalte mit Kindern beklagen häufiger Versorgungslücken (45,8 %) – etwa bei Zahnstellungskorrekturen, die von der Grundversicherung nicht abgedeckt sind. «Trotz Ausbau der Leistungen in den letzten Jahren herrscht Unzufriedenheit. Ein Widerspruch», so Comparis-Krankenkassenexperte Felix Schneuwly.

Wunsch nach mehr Schutz – doch Prämien sind Hürde

Fast 80 % der Befragten haben mindestens eine Zusatzversicherung abgeschlossen. Besonders bei Jüngeren (18–35 Jahre) und Gutverdienenden ist das Interesse am Ausbau hoch. Doch zwei Drittel nennen die hohen Prämien als grösstes Hindernis – vor allem für Personen mit niedrigem Einkommen.

Während junge Erwachsene (24,8 %) eher den Abschluss einer Zusatzversicherung planen, ist dies bei den über 55-Jährigen (7,3 %) kaum der Fall. Leistungen wie Spitalkomfort, Komplementärmedizin und Sehhilfen sind besonders gefragt.

Risikobasierte Prämien stossen auf Ablehnung

Die Hauptbarriere für Zusatzversicherungen sind die Kosten (62,1 %), gefolgt von Gesundheitsprüfungen. Zwar sehen viele Vorerkrankungen als Hürde, doch risikobasierte Aufschläge werden klar abgelehnt – selbst wenn dadurch ein Abschluss möglich wäre.

Solidarität unter Druck

Mehr als die Hälfte (51,8 %) spricht sich gegen eine Auslagerung von Leistungen aus der Grundversicherung aus. Besonders Frauen und ältere Personen wollen am Status quo festhalten. Lediglich bei Suchtbehandlungen zeigen sich viele – insbesondere Ältere – offen für eine Auslagerung, während bei Krebstherapien eine solche klar abgelehnt wird.

«Der Solidaritätsgedanke bleibt zentral», so Schneuwly. «Doch was solidarisch getragen werden soll, wird unterschiedlich bewertet – ein Warnsignal für die Zukunft des Systems.»

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