War es der heilige Zorn der EU-Gegner – oder eine meteorologische Grussbotschaft von Donald Trump? Wenn Bundesräte reisen, lacht der Himmel nicht zwingend.
So wurde der Empfang der Schweizer Exekutive in Rapperswil-Jona im Rahmen der traditionellen Sommerreise kurzfristig in den Schlosshof verlegt – unter das schützende Plastikdach.
Die Sonne kommt aus Bern
Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter trug die Sonne dann bei ihrer kurzen Ansprache in die Herzen der zahlreichen Besucher hinein und lieferte die passenden Worte zur feuchtwarmen Atmosphäre: «Der Kanton St. Gallen ist wie die Schweiz im Kleinen – so vielschichtig und abwechslungsreich.» Und wenn man diesen Gedanken weiterführe, dürfe man nicht ohne Stolz sagen: «Die Zürichsee-Region ist wie das Tessin – und Rapperswil-Jona wie Lugano». Die Stadt sei ist so exotisch, dass sich sogar die Elefanten hier pudelwohl fühlen.
Dank an die höchste Influencerin
Barbara Dillier, die Stadtpräsidentin von Rapperswil-Jona, sprach von einem «wunderbaren Erlebnis», dass sie die sieben Mitglieder des Bundesrats in der Rosenstadt begrüssen dürfe. Mit einem Augenzwinkern lobte sie die Bundespräsidentin Keller-Sutter als «perfekte Influencerin» für den Ostschweizer Tourismus – und bezeichnete das Schloss als Symbol für «Standhaftigkeit und Stolz» - und die Lage als Zeichen für die in der Politik so wichtigen Weitsicht.
Ein Anlass fürs Volk
Der Anlass gehörte aber vor allem dem Volk von Rapperswil-Jona. Und dieses zeigte sich hocherfreut über den hohen Besuch. Walter und Adrian Haas bezeichneten den direkten Kontakt der Regierung mit den Bürgern als «wichtiges Zeichen der Demokratie».
Trudi und Angelo Mazzoli empfanden es als «grosse Ehre», an diesem Empfang dabei zu sein. Und die Schülerinnen und Schüler aus der Sekundarschule Weiden erwiesen sich als politisch bemerkenswert versiert. Im Teamverbund hatten Nora, Johanna, Lea und Michalina die Namen der sieben Bundesrätinnen und Bundesräte parat – und Lea lieferte sogar den Bundeskanzler nach: «Viktor Rossi».
Note 6 für Rapperswil-Jona
Note 6! Das galt für ganz Rapperswil-Jona an diesem Tag. So durften die Stadt und ihre Bürger ein wenig stolz sein, als der Tross aus Bundesbern in Richtung Weesen weiterzog. Und vermutlich ist auch Barbara Dillier froh, dass sie kurzfristig nicht mit Karin Keller-Sutter tauschen muss. Der Blick aus dem Stadthaus in Rapperswil-Jona ist definitiv schöner als die Aussicht, mit Donald Trump über Kampfjets zu verhandeln.